DIN 18895

DIN 18895 (Feuerstätten für feste Brennstoffe zum Betrieb mit offenem Feuerraum) ist mit allen drei Teilen vom Beuth-Vertrieb offiziell zurückgezogen.



DIN EN 13229

Als Ersatz für die DIN 18895-1; 18895-2; 18895-3 gilt nunmehr DIN EN 13229 (Kamineinsätze einschließlich offene Kamine für feste Brennstoffe).

DIN EN 13229 ist schwerpunktmäßig als Produktnorm anzusehen. Viele Fragen der Montage, die zum Schutze des Baukörpers von der DIN 18895 noch angesprochen worden sind, werden durch die DIN EN 13229 nicht mehr geregelt. Es liegt nun im Verantwortungsbereich des handwerklichen Erstellers solcher Anlagen dafür zu sorgen, dass für ausreichenden Brandschutz und/oder die Standfestigkeit des Baukörpers gesorgt ist.



Auch die Verantwortung

für die Heranführung von ausreichend Verbrennungsluft unter Beachtung jedes möglichen Störfaktors liegt in den Händen des ausführenden Handwerkers. Er hat den Nachweis für die Funktionssicherheit der von ihm erstellten Anlage selbst zu erbringen.



DIN 18896

Aus den vorgenannten Gründen wurde rein vorsorglich zum Schutz des Handwerkers unter Federführung des Zentralverbandes SHK die DIN 18896 (Feuerstätten für feste Brennstoffe - Technische Regeln für die Installation und den Betrieb) geschaffen.

In dieser Norm nimmt die Berechnung des Verbrennungsluftbedarfs und die Dimensionierung der Außenluftleitung einen breiten Raum ein.



Technische Regel OL 2006

Seit Mitte des Jahres 2007 ist die "Technische Regel OL 2006" (TR OL 2006) eingeführt und befand sich bis zum 31.12.2007 noch in einer Koexistenzphase mit den bis dahin noch geltenden Fachregeln des Ofen- und Luftheizungsbauer-Handwerks 4/96. Seit dem 01.01.2008 hat die TR OL 2006 für das Handwerk Verbindlichkeit erreicht.

Um den sich stetig wandelnden Anforderungen gerecht zu werden, wird auch die Fachregel neueren Erkenntnissen angepasst. Der aktuelle Stand ist 4/2010.

Da die Fachregel "Ofen- und Luftheizungsbau" in der Bauregelliste des Deutschen Instituts für Bautechnik Berlin (DIBt) aufgeführt wurde, hat sie höchste Akzeptanz und ist zwingend einzuhalten.



Der Berechnungsweg

Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass zur optimalen Verbrennung von Holz 1,6 m³ Verbrennungsluft zur Freisetzung von 1 kW Wärmeleistung nicht ausreichend sind. Sinnvoller wäre ca. 2,5 m³ Verbrennungsluft zur Verfügung zu stellen. Gleiches gilt auch für die Verbrennung von Braunkohle.

Der untere Heizwert des Brennstoffs Holz liegt bei einer Restfeuchte von 20% bei ca. 4 kWh/kg und von Braunkohle bei ca. 5,6 kWh/kg.

Daraus errechnet sich ein Verbrennungsluftbedarf für Holz von 10 m³ und für Braunkohle von 14 m³ jeweils bezogen auf 1 kg Brennstoff. Um nicht unterschiedliche Anforderungen für Holz und Braunkohle zu stellen, wurde für diese beiden Brennstoffe ein Mittelwert von 12,5 m³ Verbrennungsluft bezogen auf 1 kg Brennstoff festgelegt. Das heißt, dass hinsichtlich des spezifischen Verbrennungsluftbedarfs von Holz und Braunkohle Gleichschaltung erfolgte.

Die Ermittlung des Verbrennungsluftbedarfs für eine Feuerstätte erfolgt nach der TR OL unter Nutzung des entsprechenden Arbeitsblattes. Um mit gleichen Werten rechnen zu können, sind Luftleistungen - beispielsweise von Ventilatoren - mit ihrer fiktiven Wärmeleistung anzugeben. Gleiches gilt auch für den Verbrennungsluftbedarf einer Feuerstätte, welcher auf der Grundlage der Feuerungsleistung in m³/h ermittelt wurde. Dieses Luftvolumen ist als fiktive Wärmeleistung umzurechnen. Um diesen Weg etwas zu vereinfachen, wird für den Brennstoff Holz/Braunkohle die fiktive Wärmeleistung mit 8 kW bezogen auf 1 kg Brennstoff festgelegt.

Eine Beispielrechnung soll diesen Vorgang verdeutlichen:

Nennleistung der Feuerstätte ist 7,5 kW. Bei einem feuerungstechnischem Wirkungsgrad von 75% beträgt die Feuerungsleistung 10 kW.

Der Holzbedarf bei 4 kWh/kg = 10 kW : 4 kWh = 2,5 kg.

Der Verbrennungsluftbedarf = 2,5 kg x 12,5 m³ = 31,25 m³

Die fiktive Wärmeleistung des Brennstoffs = 2,5 kg x 8 kW = 20 kW

(theoretisch genauer = 31,25 m³ : 1,6 kW = 19,53 kW)

Die Hersteller von Heizgeräten sind angehalten, den Brennstoffbedarf in kg anzugeben. Sofern das nicht geschieht, ist der Brennstoffbedarf auf der Grundlage der angegebenen Wärmeleistung rechnerisch zu ermitteln. Dann erst kann der Verbrennungsluftbedarf errechnet werden.



Hinweis auf Computerunterstützung

Das Rechenprogramm "KL-TECH" [34 KB] liefert auf dem Arbeitsblatt "Kanal" jede erdenkliche Hilfestellung. Dort kann



in Abhängigkeit der Leistungsangaben der Verbrennungsluftbedarf ermittelt werden. Führen Sie bitte eine Musterberechnung [34 KB] durch.

in Abhängigkeit von Kanallängen und der eingebauten Kanal-Formstücke die Rohrleitung für bis zu zwei Teilstrecken mit unterschiedlichen Rohrdurchmessern dimensioniert werden.

bei der Verwendung von rechteckigen Querschnitten der zugehörige gleichwertige Durchmesser festgestellt werden.

zum Schutze vor Kondensatanfall im Wohnraum in Abhängigkeit der ortsüblich niedrigsten Außentemperatur die notwendige Dicke der Wärmedämmung aus Mineralfasermatten errechnet werden.




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