Nanu - hebt er jetzt ab, werden Sie denken. Nein, ich glaube, dass ich in meinem Leben bei allen erlebten Höhen und Tiefen fest auf dem Boden der Tatsachen gestanden bin und immer noch stehe! Was sind das für Tatsachen?



Mit acht Jahren wurde ich aus meiner Heimat Ostpreußen durch die neuen Machthaber vertrieben.

Die "Flucht", der lange beschwerliche Fußweg, wurde von mir - im Gegensatz zu meiner Mutter - als Abenteuer empfunden und endete zunächst in Württemberg.

Meine weitere Kindheit verlebte ich dann teils in Württemberg und später in Duisburg.

Nach dem Verlassen der Schule nahm ich irgendeine Arbeitsstelle hier in Duisburg an.

Mit 20 Jahren begann ich die Handwerkslehre als Ofensetzer.

Noch in der Lehrzeit musste ich den teilweise mit bis zu 20 Gesellen arbeitenden Handwerksbetrieb meines Vaters verantwortlich leiten, da mein Vater ernsthaft erkrankt war und in den Folgejahren auch nicht mehr gesund wurde.

Mit 22 Jahren legte ich die Gesellenprüfung und drei Jahre später - 1961 - die Meisterprüfung ab.




Reinhold Willnat

Stolz war ich über all das Erreichte und voller Tatendrang. Doch bald musste ich erleben, dass das Leben nicht nur "Zuckerschlecken" ist! Die einsetzende Rezession und das Siechtum meines Vaters taten der Firma nicht gut. Nach dem Ableben meines Vaters arbeitete ich nur noch mit meinen eigenen beiden Händen für den Erhalt meiner Familie.
Vorbei waren all die hochfliegenden Pläne und aller Stolz. Der Boden der Tatsachen hatte mich wieder! Meine drei heranwachsenden Kinder hatten zunehmend Wünsche, deren Erfüllung mir mehr und mehr schwer fiel. Was war das für eine Zeit: Ich war den ganzen Tag (mehr als nur acht Stunden) unterwegs auf den Baustellen, um durch meine Arbeit den Lebensunterhalt für die Familie heranzuschaffen, und meine Frau mühte sich, zu Hause die anfallende Arbeit in der Familie, in Haus und Garten und auch im Büro zu erledigen. Die oft viel zu kurze Zeit abends musste ausreichen, um gemeinsam die Erlebnisse des vergangenen Tages aufzuarbeiten und den nächsten Tag vorzubereiten.

Das genau sind die Belastungen, an denen viele Ehen zerbrechen. Auch meine Frau und ich haben solche 'Zerreißproben' oft erlebt! Wir empfanden die Gefahren, die von solch unheimlichen Belastungen ausgehen, und erlebten die Kraft Gottes, die uns hält und trägt!

Schon in der Jugend bin ich mit dem lebendigen Gott in Kontakt gekommen. Nicht dass ich ihn gesucht hätte, nein, ER begegnete mir durch einen Verkehrsunfall! In rasanter Fahrt stieß ich mit meinem Fahrrad frontal mit einem Kleintransporter zusammen. Anschließend fragte ich mich: wenn ich aus der Bewusstlosigkeit nicht mehr aufgewacht wäre, wie wäre ich vor Gott hingetreten? Schlagartig wurde mir deutlich, dass ich als sündiger Mensch keine Chance gehabt hätte, vor dem lebendigen Gott zu bestehen. Meine Schuld trat mir vor Augen. Viele Ermahnungen meiner Eltern kamen mir plötzlich in den Sinn, und ich erkannte, dass ich ohne die Erlösung von dieser Schuld im wahrsten Sinne des Wortes ein Kind des Todes bin!

Sechs Wochen Krankenhausaufenthalt waren die geeignete Zeit, um viel in der Bibel zu lesen, in aller (verordneter) Stille über mein Leben nachzudenken und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen:

Ja, an diesen Jesus Christus, den lebendigen Sohn Gottes, den Wiederauferstandenen, will ich glauben. Ihn bitte ich um Verzeihung für meinen bis dahin unverschämten Lebenswandel. Fest glaube ich daran, dass er, der Sohn Gottes, damals völlig unschuldig getötet worden ist und er damit stellvertretend die Strafe erlitten hat, die eigentlich mir zugedacht war! Durch das Blut dieses unschuldig gestorbenen Gottessohnes ist für mich der Weg zum ewigem Leben in der Nähe Gottes frei geworden.

Damals wich nach dieser Erkenntnis im Krankenhaus plötzlich alle Furcht vor dem Tode von mir. Ein tiefer Friede zog in mich ein, und ein unbeschreibliches Glücksgefühl erfasste mich! Ich wusste mich schon in jungen Jahren geborgen in der Hand des lebendigen Gottes!

Dann kamen die Belastungen des Lebens, die manchmal sehr heftig an meinen Grundfesten rüttelten. Aber der Herr erwies sich ständig als der Stärkere! Gott ist nicht nur ein Gott für kleine Kinder und alte Leute, nein, er ist auch der Gott der Jugend und der Gott des gesunden starken Mannes.

Bewusst legte ich mein Leben während all der mich stark belastenden Zeiten von jungen Jahren an in Gottes Hand. Rückblickend kann ich heute nur die Übersicht, die Weisheit und die Kraft Gottes rühmen. "Vater" darf ich ihn nennen, und wie ein Vater hat er mich als sein Kind gehalten, geführt und dort, wo der Weg für mich nicht gangbar war, auch getragen!

Meine Frau hat in ihren Mädchenjahren auch eine klare Entscheidung für diesen großen Gott getroffen. Das machte uns das Umgehen miteinander wesentlich leichter. Kennen gelernt haben wir uns in der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Duisburg. Nach nunmehr 63 Jahren bin ich noch heute in meine erste Freundin verliebt und bin dankbar für mittlerweile 56 Ehejahre, die wir gemeinsam erlebt haben. In unserem über lange Zeiträume nicht leichtem Leben war die Kraft und die Führung Gottes oft so unübersehbar, dass wir nur staunen konnten und ihm die Ehre geben mussten. Als große Gnade empfinden wir es, dass wir zwischenzeitlich auch das Fest unserer Goldhochzeit haben feiern können.

Das sind die Fakten, die in unserem Leben Wirklichkeit geworden sind. Wir müssen es bezeugen: Gott lebt, und ER ist eine Realität! An IHM kommt niemand vorbei!

Glauben Sie vielleicht wirklich noch, dass alles, was Sie sehen, spüren und fassen können, aus einem 'Urknall' entstanden ist; dass Mensch und Tier einem Zufall entsprungen sind? Ist da nicht doch eine Schöpferkraft tätig, die wir nicht begreifen können?

Wie auch immer Sie festgelegt sein sollten - einmal werden die Fakten, so wie die Bibel sie beschrieben hat, offenbar. Dann wird alles 'Rätselraten' und 'Diskutieren' ein Ende haben. Dann wird der lebendige Gott Entscheidungen treffen! Haben Sie sich schon richtig entschieden?!




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