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Hinweis: Die TR OL (11.2.1 Seite 131) sagt: Der untere Heizwert von Holz beträgt bei 20 % Restfeuchte ca. 4,0 kWh/kg. Der untere Heizwert von Braunkohlenbrikett beträgt ca. 5,6 kWh/kg.
Allgemein ist seit vielen Jahren bekannt, dass zur Verfeuerung von 1 kg Holz: 4.0 kWh · 2.5 m³/kWh = 10 m³/kg Holz 1 kg BB: 5,6 kWh · 2,5 m³/kWh = 14 m³/kg BB Verbrennungsluft erforderlich ist. Für beide Brennstoffarten wurde ein vertretbarer „Mittelwert“ von 12,5 m³ Verbrennungsluft /kg Brennstoff festgelegt. Das entspricht einer fiktiven Leistung von gerundet 8 kW (12,5:1,6).
Der besseren Übersicht wegen wurde in der TR OL 19.8.1 (Seite 230) das Arbeitsblatt für die Verbrennungsluftberechnung eingeführt
, das die Besonderheiten des Baukörpers, wie auch der verschiedenen Feuerstellen und Luftabsauganlagen berücksichtigt.
Mit Hilfe dieses Arbeitsblattes kann ermittelt werden, wie viel Verbrennungsluft dem offenen Kamin und den anderen Feuerstätten durch den Verbrennungsluftverbund zur Verfügung gestellt werden kann, oder wie viel Luft noch fehlt und demzufolge zusätzlich zur Verfügung gestellt werden muss.
Zunächst sind im Arbeitsblatt in den Spalten 2 die Raumbezeichnungen und in den Spalten 5 bis 8 die Abmessungen der Räume einzutragen. In der Spalte 9 wird dann das errechnete Volumen der einzelnen Räume eingetragen, sofern sie mit mindestens einem Fenster und/oder einer Tür zum Freien verbunden sind.
In der Spalte 3 ist dann die Bezeichnung für Feuerstätte/Luftabsauganlage einzutragen, und in der Spalte 4 die entsprechende Wärmeleistung der Heizgeräte und/oder die fiktive Wärmeleistung des offenen Kamins und der Luftabsauganlage einzutragen.
Die "fiktive Wärmeleistung" einer Dunstabzugshaube oder eines offenen Kamins stellt die Wärmeleistung einer fiktiven Feuerstätte dar, die den gleichen Luftvolumenstrom wie der offene Kamin oder die Dunstabzugshaube benötigt
Um es zu verdeutlichen: Bei einer Druckdifferenz von 4 Pa (Unterdruck) zum Freien „liefert“ jeder Raum, der mit einem Fenster und/oder einer Tür an die Außenwand grenzt 0,4 m³ Verbrennungsluft bezogen auf ein Raumvolumen von 1 m³. Diese Luft strömt aufgrund des Unterdrucks im Raum durch Undichtigkeiten in den Umfassungswänden (Fenster-, Türfugen und sonstige) nach. Demnach ist ein Raumvolumen von 4 m³ erforderlich, um eine installierte Wärmeleistung von 1 kW mit ausreichend Verbrennungsluft zu versorgen.
Eine Dunstabzugshaube in der Küche mit einer Fortluftleistung von beispielsweise 500 m³/h (dividiert durch 1,6 kW/m³) entnimmt den Räumen des Verbundes so viel Luft die ausreichen würde, um 312,5 kW installierte Wärmeleistung mit Verbrennungsluft zu versorgen. Wir sprechen hier vom „Raum-Leistungsverhältnis“.
Um nun mit einheitlichen und daher vergleichbaren Werten rechnen zu können, würde diese angenommene Dunstabzugshaube in der Spalte 4 mit einer fiktiven Wärmeleistung von 312,5 kW eingetragen. Sollte diese Dunstabzugshaube jedoch für Umluftbetrieb vorgesehen sein, arbeitet sie druckneutral und bedarf daher keiner rechnerischen Berücksichtigung.
Anders verhält es sich mit dem offenen Kamin. Seine fiktive Wärmeleistung ist im unteren linken Bereich des Arbeitsblatts zu ermitteln. Der Eintrag des errechneten Wertes erfolgt dann in der Spalte 4.
In den Spalten 10 bis 16 können dann Markierungen angebracht werden, die besondere bauliche Maßnahmen kennzeichnen, sofern sie für die Ermittlung des Verbrennungsluft-Volumenstroms von erheblicher Bedeutung sind. So ist es beispielsweise schon ein nennenswerter Unterschied, ob die Türen im Luftverbund ungekürzt, oder bis zu 1,5 cm gekürzt sind.
In der Spalte 18 ist dann die Wärmeleistung einzutragen, die mit dem vom jeweiligen Raum zur Verfügung gestellten Luftvolumen versorgt werden könnte.
Wenn sich in diesem Raum weder Feuerstelle noch Fortluftventilator befindet, kann der Wert aus der Spalte 18 in die Spalte 19 übernommen werden. Beim Vorhandensein einer Feuerstelle oder eines Ventilators ist die reale und/oder fiktive Wärmeleistung aus der Spalte 4 als Zahlenwert in der Spalte 18 in Abzug zu bringen. Das Ergebnis ist in die Spalte 19 einzutragen. Bei höheren fiktiven Wärmeleistungen ergeben sich dabei schnell negative Werte.
Das aus Nebenräumen („Luftspenderäume“) zufließende Luftvolumen ist vorrangig von der Größe der Undichtigkeiten der Zimmertüren abhängig. Diese Information geht aus den Spalten 12 bis 16 hervor. Jedem Türtyp ist eine entsprechende „Luftleistungskurve“ zugeordnet, die in dem Diagramm auf dem Arbeitsblatt rechts oben abgedruckt ist. In der Spalte 20 ist dann die entsprechende Nummer der Kurve einzutragen, wenn ein Luftverbund benachbarter Räume geschaffen werden soll. In Abhängigkeit der Raumgröße in m³ und der entsprechenden „Leistungskurve“ der Zimmertüren kann dann die tatsächliche Luftleistung am linken Randmaßstab des Diagramms abgelesen werden. Dieser Wert ist dann in der Spalte 21 in die entsprechende Zeile einzutragen.
In der Spalte 22 ist dann der tatsächlichen Werte der Verbrennungsluft einzutragen, die der Feuerstelle zur Verfügung gestellt werden kann. Negativwerte sind aus der Spalte 19 zu übernehmen. Bei reinen Spenderäumen wird der jeweils kleinste Wert aus der Spalte 19 oder 21 übernommen.
Letztlich ist die Spalte 22 unter Berücksichtigung der Negativwerte zu addieren. Stellt sich ein positiver Zahlenwert ein, ist die Versorgung der Feuerstätten mit ausreichend Verbrennungsluft sichergestellt. Ein Negativwert lässt eine entsprechende Unterversorgung erkennen.
In diesem Fall muss durch geeignete Maßnahmen, z. B. durch die Verlegung eines Luftkanals, nun sichergestellt werden, dass den Feuerstätten zusätzlich ausreichend Verbrennungsluft zuströmen kann.
Unter Berücksichtigung der örtlichen Kanalführung sind nun die Rohrlängen und Zeta-Werte für die Formteile, Klappen und Gitter festzustellen. Eine entsprechende Hilfe liefert die TR OL 19.10.8. Mit Hilfe der Formeln (Gl. 8.1 bis 8.4) kann dann der Durchmesser der Luftleitung nach TR OL 8.2.3.1 bestimmt werden.
Eine vereinfachte Hilfestellung liefert Ihnen TR OL mit der Tabelle 19.8.2. Sie ist selbsterklärend, da sie mit entsprechenden Informationen versehen ist. Sie steht Ihnen zum kostenlosen Download zur Verfügung. Klicken Sie hier. [25 KB]
Eine sichere und unkomplizierte Berechnungsmöglichkeit, die auch gleichzeitig die vorgeschriebene Taupunktgrenze zur Verhinderung von Kondensatanfall berücksichtigt, ist Bestandteil des Rechenprogramms KL-TECH. Eine Demo-Version für die Luftkanalberechnung steht Ihnen mit eingeschränkten Berechnungsmöglichkeiten hier zur Verfügung. Klicken Sie hier. [34 KB]
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Beispielrechnungen
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Druckbare Version
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Berechnung der Verbrennungsluft
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