Flackerndes Feuer ohne Ruß und Asche?

In den letzten Jahren werden verstärkt in Publikumszeitungen und der Wohnpresse offene Kamine bzw. Kaminöfen mit den Werbeslogans:



kein Schornstein notwendig,

... kein giftiges Rauchgas;

... umweltfreundlich ohne Schadstoffe,

... es entsteht nur Wasserdampf;

... Kohlendioxyd bei der Verbrennung,

... völlig ungefährlich,

... Kamin zieht mit um,



angeboten. Es sei eine völlig neue Technik, die unproblematisch an jedem Ort und in jedem Raum eingesetzt werden kann, da ein Schornstein nicht erforderlich ist und eine solche Brennstelle von den Feuerungsverordnungen (FeuVo) der Länder nicht erfasst sei. Als Brennstoff wird Brenngel , Ethanol bzw. Methanol oder sogenannter Bio-Alkohol eingesetzt.

Zwischenzeitlich erfolgt auch in den Fachzeitschriften die Bewerbung dieser Produkte in der Rubrik "Innovative Neuheiten".

Die Hersteller oder auch die Lieferanten versprechen vollmundig, dass keine Gefahr für Leib und Leben besteht. Neben dem angenehmen Effekt des offenen Feuers kann auch gleichzeitig ein Raum von 35 bis 40 m³ beheizt werden, ebenso Wintergärten, Garten- und Wochenendhäuser. Außer Wasserdampf und CO2 entsteht kein gefährliches Abgas. Gelegentlich findet sich noch ein versteckter Hinweis darauf, dass man nur ausreichend lüften sollte, dann wäre alles kein Problem.

Von Lufthygiene in Innenräumen haben diese Anbieter offensichtlich noch nichts gehört und erhöhte CO2-Belastung fördert sicherlich nicht das Wohlbefinden.



Hinweis:
Bei einer CO2 Konzentration von bis zu ca. 1000 ppm fühlt der Mensch sich noch wohl. Werte die darüber liegen, werden schon als störend empfunden.

Oberhalb eines Wertes von 1500 ppm ist mit abnehmendem Konzentrationsvermögen und einsetzenden Kofschmerzen zu rechnen.


Die eingesetzten Brennstoffe liegen bezüglich ihres Heizwertes in der Größenordnung von Heizöl EL.

Nach Herstellerangaben brennt 1 Liter ca. 1,5 Stunde. Dies bedeutet immerhin noch, dass Wärme in der Größenordnung von 3 - 5 kW freigesetzt werden.

Das Fachhandwerk sollte seine Kunden, die derartige Feuerstätten betreiben wollen, mit allem Nachdruck schriftlich auf die Konsequenzen einer unzureichenden Raumlüftung hinweisen. Denn, durch den Betrieb solcher nicht schornsteingebundenen Feuerstätten nimmt der Sauerstoffgehalt der Atemluft schnell ab und die Belastung durch den zusätzlichen CO2-Ausstoß aus dem dekorativem Feuer kann bald zur großen Belastung der Atemluft werden.

Ob dann bei notwendigerweise geöffnetem Fenster die Benutzung des sogenannten dekorativen Kaminfeuers noch Atmosphäre vermittelt, muss jeder Kunde für sich selbst entscheiden.




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