Nach vielen Versuchen und Proberechnungen hat sich das geschaffene Berechnungsformular [71 KB] zu dem entwickelt was es heute ist: ein verlässliches Werkzeug zur Berechnung eines Grundofens, der in allen Bereichen der neuen TR OL-2006 entspricht.

Bei gewissenhafter Nutzung dieses Formulars werden Sie wie an einem „roten Faden“ sicher durch die vielen Anforderungen der TR OL geführt und brauchen nicht zu fürchten, dass Sie einen wesentlichen technischen Anforderungspunkt übersehen haben.

Einerseits ist der Umfang der Berechnung größer als er es bisher war. Andererseits können Sie als kreativer Handwerksmeister nach der TR OL nun ein wesentlich größeres Spektrum an Gestaltungsmöglichkeit für den Grundofen nutzen.

Oft wurde bisher gefragt, warum die Regeln für einen Grundofen so wenig Variationsmöglichkeiten zulassen. Warum beispielsweise durch geplantes Nachlegen von Brennstoff der Feuerraum nicht etwas kleiner und/oder die Heizgaszüge eines Grundofens nicht auch etwas länger gestaltet werden können? Für die optische Gestaltung eines Grundofens könnte dadurch doch ein größerer Freiraum geschaffen werden?

All diesen Wunschvorstellungen kommt die neue TR OL nun hilfreich entgegen. Ihrem kreativem Gestaltungsdrang sind nun kaum noch Grenzen gesetzt. Bei der Planung eines Grundofens sollten Sie sich jedoch die technisch notwendigen Zusammenhänge ständig vor Augen halten:

- Die stündliche Wärmeleistung im Raum ist vom Wärmebedarf oder der Absprache mit dem Nutzer des Grundofens abhängig. Wenn der Kunde sich in den eigenen Räumen wohlfühlen soll, kann an dieser „Schraube“ nicht gedreht werden!

- Die spezifische Wärmeleistung ist von der Bauweise „leicht, mittel, oder schwer“ abhängig. Um die notwendige Wärmeleistung zu erbringen, ist der Grundofen mit ausreichend großer aktiver Heizfläche auszustatten.

- In Abhängigkeit der erforderlichen Wärmeleistung ist unter Berücksichtigung der Speicherdauer eine bestimmte Wärmemenge aufzuspeichern. Um die notwendige Wärme freisetzen zu können, ist eine entsprechende Menge Brennstoff zur Verbrennung zu bringen.

Bis hier her gibt es keine Möglichkeit der Variation. Diese Grundsatzanforderungen sind zwingend zu erfüllen, um die notwendige Wärmemenge einspeichern zu können.

Hier jedoch setzen nun Ihre „Gestaltungsmöglichkeiten“ ein: Um beispielsweise 12 kg Holz zu verbrennen, fällt ein entsprechendes Heizgasvolumen an, welches in der Zeit des Abbrandes durch die Heizgaszüge abzuführen ist. Wenn diese 12 kg Holz gleichzeitig in den Feuerraum gelegt werden, ist die Verbrennung in ca. 1,4 Std. abgelaufen. Feuerraumgröße und der Heizgaszug sind auf die entsprechenden Bedürfnisse zu bemaßen.

Wenn die gleiche Holzmenge beispielsweise hälftig (2 x 6 kg) im Abstand von ca. 1,4 Std. aufgelegt wird und die Abbrandzeit sich dadurch auf ca. 2,8 Std. verlängert, verändern sich die Proportionen erheblich! Es wird die gleiche Holzmenge verbrannt und die gleiche Wärmemenge freigesetzt und eingespeichert. Der Wärmebedarf des Raumes ist daher sichergestellt.

Erheblich verändert hat sich jedoch das Heizgasvolumen bezogen auf eine Stunde Brenndauer. Dadurch sind die Anforderungen an den lichten Querschnitt des Heizgaszuges sehr viel geringer geworden. Auch ist der Feuerraum selbst der geringeren maximalen Brennstoffaufgabe wegen entsprechend kleiner zu gestalten.

Um diese „gestalterischen Möglichkeiten“ jedoch gefahrlos nutzen zu können, empfiehlt es sich u. a. zumindest die Brennstoffaufgabe, Nachlegeintervalle und Abbrandzeiten mit dem Kunden abzusprechen und schriftlich festzulegen.

Was nicht verschwiegen werden soll ist, dass mehrere Alternativberechnungen erforderlich sind, bis Sie die gewünschten Proportionen von Feuerraum- und Zugquerschnitt sowie die optimale Zuglänge festgelegt haben. Aber auch hier gilt: „Übung macht den Meister“! Mit zunehmender Routine wird Ihnen auch diese unvermeidbare Arbeit leichter und schneller gelingen. Ihre Kunden werden Ihnen diesen zusätzlichen Aufwand durch große Zufriedenheit danken.

Hinweis: Das Rechenprogramm KL-TECH kann Ihnen hier sehr behilflich sein und viel Zeit einsparen!
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Weitere Berechnungen im Detail können Sie hier nachlesen.




Beispielrechnungen

 

Weiterführung Grundofen Berechnung des Feuerraumes: Es ist sicherlich leicht nachvollziehbar, dass die Dimensionen des grundofens von der abgeforderten Wärmeleistung abhängig sind. Das trifft auch für den Feuerraum selb...





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Weiterführung Grundofen