Ein weiteres wichtiges Thema:
Das Verfahren zur Berechnung des Verbrennungsluft-Volumenstroms stützt sich weitgehend auf den im Kommentar zur DIN 18895 vorgeschlagenen Rechengang, führt aber statt der „äquivalenten Leitungslängen“ für Einzelwiderstände wieder die Zetawerte ein. Dieser Rechenweg entspricht auch uneingeschränkt den Anforderungen der TR OL.

Diese dimensionslosen Rechengrößen kennt auch das Schornsteinfegerhandwerk, so dass es diesbezüglich keine Verständigungsprobleme zwischen den Angehörigen beider Gewerke geben sollte.

Um die Problematik einer solchen Berechnung besser aufzeigen zu können, wird beispielsweise ein Wohnungsgrundriss gewählt, in dem ein offener Kamin nach TR OL Bauart – B und ein Kachelgrundofen gemeinsam vorhanden sind.

Bei den weiteren Überlegungen sind folgende Daten der beiden Feuerstätten als Vorgaben zu berücksichtigen:

- Feuerungsöffnung des offenen Kamins: 0,80 • 0,60 m.
- Kachelgrundofen: Bauart: schwer
- Nennwärmeleistung: 5 kW
- Abbrandzeit des erforderlichen Brennstoffs: 1,25 Std.
- Wirkungsgrad der Feuerstelle 85 %

Nach Tabelle 11.1 der TR OL (Seite 133) beträgt die Speicherdauer des Kachelgrundofens bei schwerer Bauart 12 Std. Das bedeutet, dass bei einer Abbrandzeit von angenommen 1,25 Stunden in dieser Abbrandphase soviel Wärme freizusetzen ist, dass der gesamte Bedarf für den Zeitraum der Speicherdauer zur Verfügung steht. Außerdem sind auch noch die Schornsteinverluste zu berücksichtigen. Bei diesem Rechenbeispiel wird von einem feuerungstechnischen Wirkungsgrad von 85 % ausgegangen.

Um dem Feuerraum des Kachelgrundofens ausreichend Verbrennungsluft zuführen zu können, ist diesem nach TR OL 5.2 (Seite 63) pro 1 kg aufgelegtem Brennstoff ein Verbrennungsluftvolumenstrom von 12,5 m³ zuzuführen.

Im folgenden Rechenbeispiel hat der Kachelgrundofen eine Nennleistung von 5 kW und eine Speicherdauer von 12 Stunden. Unter Berücksichtigung des vorgegebenen feuerungstechnischen Wirkungsgrades von 85% errechnet sich die tatsächlich freizusetzende Wärmeleistung von gesamt ca. 70,6 kW. Bei einer Abbrandzeit von 1,25 Stunden ergibt sich eine effektive Feuerungsleistung von ca. 56,5 kW bezogen auf 1 Std. Für diese Feuerungswärmeleistung ist der erforderliche Verbrennungsluftvolumenstrom je 1 Std. zu ermitteln.

1 kg Holz hat bei einer Restfeuchte von ca. 20% einen durchschnittlichen Energiegehalt von ca. 4 kWh. Daraus errechnet sich bei einer Feuerungsleistung von 56,6 kW ein Brennstoffbedarf von ca. 14 kg/h.

Bei einem Verbrennungsluftbedarf von 12,5 m³/kg Brennstoff errechnet sich dann ein erforderlicher Verbrennungsluftvolumenstrom von ca. 177 m³/h.

Die „fiktive“ Wärmeleistung errechnet sich aus der Brennstoffmenge. Für 1 kg Holz oder Braunkohle wird eine fiktive Wärmeleistung von 8 kW in Ansatz gebracht.

Wenn zur Kontrolle sowohl über die fiktive Wärmeleistung von 8 kW/kg und über 12,5 m³/kg gerechnet wird, ist das Ergebnis leicht differierend. Die Ursache liegt im gerundeten Wert der fiktiven Wärmeleistung von 8 kW.




Beispielrechnungen

Nun zum offenen Kamin:
Nach TR OL 12.3.4.1 (Seite 153) ist dem offenen Kamin ausreichend Verbrennungsluft zuzuführen. Das ist gegeben, wenn ihm bezogen auf 1 m² Feuerungsöffnung 360 m³/h zur Verfügung stehen.

Ist im Wohnungsverbund eine weitere Feuerstelle vorhanden, so sind statt 360 m³ (fiktiv 225 kW) Verbrennungsluft je Stunde dem offenen Kamin 540 m³ (fiktiv 340 kW) Verbrennungsluft je Stunde bezogen auf 1 m² Feuerungsöffnung zur Verfügung zu stellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass den weiteren Feuerstellen – soweit sie nicht mit festen Brennstoffen befeuert werden – 1,6 m³ Verbrennungsluft je 1 kW Wärmeleistung bei einer maximalen Druckdifferenz von 0,04 mbar (4 Pa) gegenüber dem Freien zusätzlich zur Verfügung gestellt werden.

Feuerstätten für feste Brennstoffe ist 12,5 m³ Verbrennungsluft bezogen auf 1 kg Brennstoffbedarf zuzuführen. Bei der Verbrennungsluftberechnung ist bei Nutzung des Arbeitsblattes der Weg über die fiktive Wärmeleistung zu wählen. Dabei ist für 1 kg Brennstoff eine fiktive Wärmeleistung von 8 kW in Ansatz zu bringen.

Die fiktive Wärmeleistung von 8 kW wurde aus dem Luftbedarf von 12,5 m³/1 kg Brennstoff errechnet. Das genaue Ergebnis wäre (12,5 : 1,6) 7,8125 kW. Dieses Ergebnis ist auf 8 kW gerundet. Aus diesem Grunde sind in Abhängigkeit des Rechenweges differierende Ergebnisse unvermeidbar. Diese Differenz ist jedoch vernachlässigbar gering und für die Praxis völlig bedeutungslos.

Weiterführende Informationen können Sie hier nachlesen.



 

Weiterführung Verbrennungsluft Hinweis: Die Fachregel sagt: Der untere Heizwert von Holz beträgt bei 20 % Restfeuchte ca. 4,0 kWh/kg. Der untere Heizwert von Braunkohlenbrikett beträgt ca. 5,6 kWh/kg. Allgemein ist bekannt, da...





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